Umgang mit Corona-Pandemie

+++ 30. März 2020 +++

Klärende Botschaft: Nicht das Unheil hat das letzte Wort, sondern das Heil

Die Corona-Pandemie mit ihrem unvorstellbaren Leid führt uns an Grenzen des Verstehens und unseres Glaubens. Viele erschüttert verunsicherte Menschen fragen Gott wie die Jünger im Evangelium vom Seesturm Jesus: »[…] kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?« (Mk 4,38). Andere wollen eine Strafe Gottes erkennen und verbreiten ihre Rede davon angstverbreitend in den sozialen Medien.

Es braucht wohl auch unsere klärende Verkündigung der frohen Botschaft. So betont das „Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland“ vom 20. März: »Als Christen sind wir der festen Überzeugung: Krankheit ist keine Strafe Gottes – weder für Einzelne, noch für ganze Gesellschaften, Nationen, Kontinente oder gar die ganze Menschheit. Krankheiten gehören zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen. Dennoch können Krankheiten und Krisen sehr wohl den Glauben an die Weisheit und Güte Gottes und auch an ihn selbst erschüttern. Krankheiten und Krisen stellen uns Menschen vor Fragen, über die wir nicht leicht hinweggehen können. Auch wir Christen sind mit diesen Fragen nach dem Sinn menschlichen Leids konfrontiert und haben keine einfachen Antworten darauf. Die biblische Botschaft und der christliche Erlösungsglaube sagen uns Menschen jedenfalls zu: Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist« (aus: Beistand, Trost und Hoffnung – Ein Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland).

Und auch Papst Franziskus hat in der oben zitierten Ansprache am vergangenen Freitag klare und orientierende Worte gefunden gegen die Angst und gegen die Reden von der Strafe Gottes: »Herr, […] in unserer Welt, die du noch mehr liebst als wir, sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen […]. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: ›Wach auf, Herr!‹ […] Herr, du appellierst an uns, du appellierst an den Glauben. Nicht nur an den Glauben, dass es dich gibt, sondern an den Glauben, der uns vertrauensvoll zu dir kommen lässt. In dieser Fastenzeit erklingt dein eindringlicher Aufruf: »Kehrt um« (Mk 1,15) […] Du rufst uns auf, diese Zeit der Prüfung als eine Zeit der Entscheidung zu nutzen. Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern unseres Urteils: die Zeit zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist, die Zeit, das Notwendige von dem zu unterscheiden, was nicht notwendig ist. Es ist die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten (Ansprache des Papstes am 27. März 2020).

So möge diese Zeit der Sorgen und Ängste, des Leids und der Zweifel oder auch Gefahr der Verzweiflung doch auch ein österlicher Weg der nicht besiegbaren Hoffnung werden, die uns vom Fest der Auferstehung des Herrn entgegenleuchtet.

(Auszug aus: Diözese Rottenburg-Stuttgart, 10. Mitteilung zur aktuellen Lage – Liturgische Hinweise)

+++ 23. März 2020 +++

Mitteilung des Kultusministeriums zur Verordnung bei Erdbestattungen und Urnenbestattungen

  • Bestatter, Geistliche(r) und Friedhofspersonal zählen zu den max. 10 Personen hinzu.
  • Folgende Varianteist daher auch möglich: Die Bestatter/das Friedhofspersonal bringen den Sarg bzw. die Urne vor Erscheinen der Trauergemeinde an das Grab und ziehen sich dann zurück. Sie treten dann erst wieder ans Grab, wenn die Trauergemeinde gegangen ist. Sollte so verfahren werden, muss die Zahl der Bestatter und Friedhofsmitarbeiter nicht auf die Höchstzahl 10 (inkl. Geistlichem) angerechnet werden.
  • Unabhängig hiervon ist die Trauergemeinde aufgerufen, den vorgesehenen Abstand von Person zu Person einzuhalten.

+++ 20. März 2020 +++

Mitteilungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart an die Hauptamtlichen (Liturgische Hinweise) – Auszüge:

Feier der Eucharistie

  • In diesen sorgenvollen Tagen ist auch die Feier der Eucharistie weiterhin ein zentraler Auftrag für uns als Kirche, um die Not der Menschen vor Gott zu tragen. Die Priester feiern deshalb sonntags und je nach Möglichkeit auch werk-tags die Heilige Messe alleine in geistlicher Verbundenheit mit den Gläubigen, in deren Anliegen und den Anliegen der ganzen Welt.
  • Um auch in dieser extremen Ausnahmesituation deutlich zu machen, dass das ganze Volk Gottes die Eucharistie trägt, regen wir an, dass die Gläubigen diese Feier zuhause im Gebet mittragen. Dazu können die Glocken einladen, auch wenn die Gläubigen sich nicht mehr in die Kirche versammeln können.
  • Messintentionen entfallen in dieser Sondersituation und werden später nachgeholt.

Feier der Taufe

  • Tauffeiern können bis 15. Juni 2020 nicht stattfinden und sind zu verschieben. Nottaufen können in der Klinik oder im engsten häuslichen Familienkreis gespendet werden.

Sakraent der Versöhnung

  • Das Sakrament der Versöhnung (Beichte) kann derzeit in der Regel nicht gefeiert werden. Ausgenommen sind besonders dringliche Notsituationen (z.B. lebensbedrohliche Situation). In diesen Fällen müssen behördliche und hygienische Vorgaben (vor allem genügend Abstand) genau eingehalten werden. Die Beichte im Beichtstuhl ist generell ausgeschlossen.
  • Die Beichte kann nicht telefonisch abgelegt werden .Sie soll nachgeholt werden, wenn die Möglichkeit dazu wieder besteht. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass im äußersten Notfall die vollkommene Reue, sofern sie von der Absicht begleitet ist, das Sakrament der Buße zu empfangen, bereits aus sich selbst mit Gott versöhnt (Konzil von Trient).
  • Bischof Gebhard Fürst verweist auf die Möglichkeit des persönlichen Gebets, der Besinnung und Selbstreflexion und der Lektüre der Heiligen Schrift. Ein Telefonat ist in vielen Situationen eine gute Möglichkeit für Menschen, sich auszusprechen und im Gespräch neues Gottvertrauen zu fassen.

Sakrament der Ehe

  • Trauungen finden bis 15. Juni 2020 nicht statt.

Beerdigungen und Urnenbeisetzungen

  • Beisetzungen im Freien können weiterhin stattfinden.
  • Trauerfeiern und Requien, die in Kirchen oder geschlossenen Trauerhallen gefeiert werden, sind zu verschieben.
  • Die maximale Zahl der Trauergäste liegt in der geltenden Rechtslage bei zehn Personen. Davon abweichende behördlichen Vorgaben vor Ort sind zu berücksichtigen. Die Zahl der Trauergäste ist jedoch grundsätzlich auf den engsten Familienkreis zu beschränken (ggf. sind entsprechend der örtlichen Vorgaben von Städten und Gemeinden für eine spätere Nachvollziehbarkeit Listen der Teilnehmenden zu führen – in Heilbronn und Bad Rappenau ist das jeweils der Fall).

Kirchenraum

  • Die Kirchenräume sollen offen bleiben.
  • Es dürfen keine „spontanen Versammlungen“ von Besuchern in den Kirchen stattfinden.
  • Auf Sauberkeit und Hygiene in den Kirchen ist besonders zu achten. Türgriffe sollen täglich gründlich gereinigt werden. Innentüren (z. B. Windfänge) sollen offengestellt bleiben, um Kontaktflächen zu minimieren.
  • In den Weihwasserbecken ist weiterhin kein Weihwasser.
  • Das Gebetsläuten (z. B. Angelusläuten) soll in jedem Fall beibehalten werden. Unsere Glocken sind zur Zeit eine wichtige Verbindung untereinander.

Wir alle sind in einer völlig ungewohnten Situation, in der in vielem „auf Sicht“ gefahren werden muss. Wir erleben in diesen Tagen in den zahlreichen Reaktionen neben verständlicher Unsicherheit und Aufregung vor allem auch Gelassenheit, Besonnenheit und Gottvertrauen. Dafür sind wir dankbar und dies ermutigt uns. Wir wünschen Ihnen für Ihr Wirken in diesen Tagen viel Kraft und Gottes reichen Segen!

Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar
Weihbischof Dr. Gerhard Schneider,  Hauptabteilung VIIIa – Liturgie und Berufungspastoral

+++ 20. März 2020 +++

Weitere Neuregelungen und Änderungen

  • Die Regelungen für Trauerfeiern und Beerdigungen wurden im Sinne des Infektionsschutzes weiter eingeschränkt, so gilt ab sofort für Heilbronn die 10-Personen Regel (Bad Rappenau: max. 15 Personen). Die Feiern finden im Freien statt und es wird eine Anwesenheitsliste geführt.
  • Der Abschluss der Kirchengemeinderats-Wahl wurde durch ein Bischöfliches Gesetz vom 18.3.2020 bis zum 6.4.2020 verlängert (wichtig für die Kirchengemeinden, die zuvor keine Briefwahl angeboten haben). Dadurch verschiebt sich auch die Frist für die konstituierenden Sitzungen der neuen Gremien. Die konstituierenden Sitzungen sind so spät wie möglich anzusetzen.
  • Wann die Tage der Räte zur Einführeung der neuen KirchengemeinderätInnen in den einzelnen Seelsorgeeinheiten letztlich stattfinden können, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und von den Vorgaben der örtlichen Behörden ab.

+++ 18. März 2020 +++

Unsere Pfarrbüros in Biberach, Kirchhausen und Neckargartach sind weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten besetzt und zu erreichen, ebenso das Pastoralteam. Wir bitten Sie allerdings, auschließlich per Telefon und E-Mail mit uns Kontakt aufzunehmen und auf persönliche Besuche zu verzichten.

Unsere Gemeindehäuser sind geschlossen. Alle geplanten kirchlichen und privaten Veranstaltungen wurden abgesagt und sind auch untersagt.

Trauerfeiern und Beerdigungen sind nur noch in eingeschränkter Form möglich, nämlich im Freien und nur noch mit einer Personenanzahl von maximal 50 Personen mit Anwesenheitsliste. Eine weitere Einschränkung kann in Kürze folgen.

+++ 16. März 2020 +++

Medieninformation der Pressestelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart:

  • alle Gottesdienste bis einschließlich 19. April abgesagt
  • Sonntagspflicht für diesen Zeitraum ausgesetzt
  • Kirchen bleiben zum persönlichen Gebet geöffnet
  • Absage aller kirchlichen Veranstaltungen (auch von kirchlichen Trägern)
  • Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in dieser Zeit in seelsorgerlichen Fragen ansprechbar
  • Pfarrbüros sind telefonisch und per E-Mail erreichbar
  • Feiern der Erstkommunion werden auf einen Zeitpunkt nach den Sommerferien verschoben
  • alle bis Ende Mai geplanten Firmungen werden verschoben
  • alle bis Ende Mai geplanten Trauungen werden ebenfalls verschoben
  • Taufen finden nur in dringenden Fällen im engsten Familienkreis statt
  • Hauskommunionen und Krankensalbungen werde vorerst eingestellt
  • Kirchengtemeinderats-Wahl findet ausschließlich per Briefwahl statt

Die Diözese verweist auf mediale Gottesdienstübertragungen, welche für diese Zeit ausgeweitet werden.

Diese Anweisungen gelten fortan für die gesamte Diözese, so also auch für die Seelsorgeeinheit Über dem Salzgrund.

–> Mitteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart im genauen Wortlaut

+++ 14. März 2020 +++

Weitere Vorsichtsmaßnahmen für die Gottesdienste:

  • Verteilen Sie sich beim Gottesdienstbesuch bitte gut in den Kirchenbänken, um einen gewissen Abstand voneinander zu wahren.
  • Die Kollekte findet vorerst am Ausgang der Kirche statt, damit die Spenden-Körbchen nicht weitergereicht werden müssen.

+++ 13. März 2020 +++

Nach der Ankündigung alle Schulen und Kitas ab kommenden Dienstag zu schließen, entscheiden sich auch die Verantwortlichen der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Siedlung Heilbronn – Über dem Salzgrund aller Gruppenstunden bis zum Ende der Osterferien vorest auszusetzen, ebenso fiel die Entscheidung der Verantwortlichen des ökumenischen Kinderclubs Arche Noah in Neckargartach aus.

Selbiges gilt für die Kinder- und Jugendgruppen in Biberach sowie für den Kirchenchor Biberach.

+++ 12. März 2020 +++

Absage der Senioren-Runde St. Alban am Mittwoch, den 18. März 2020.

+++ 28. Februar 2020 +++

Seit 28. Februar gelten in den Gottesdiensten unserer Seelsorgeeinheit folgende Vorsichtsmaßnahmen, um der erhöhten Ansteckungsgefahr mit der Infektionskrankheit COVID-19 entgegen zu wirken:

  • Das Reichen der Hände beim Friedensgruß wird vorerst ausgesetzt. Auch ein freundliches Lächeln oder Zunicken kann ein Zeichen des Friedens und der Veröhnung sein.
  • Die Kommunion wird bis auf Weiteres erst einmal nur als Handkommunion und nicht mehr als Mundkommunion gespendet. Wir bitten Sie darum, die Kommunion ausschließlich mit der Hand zu empfangen.
  • Außerdem möchten wir Sie auch auf die Möglichkeit der Geistlichen Kommunion aufmerksam machen: Seien Sie während der Kommunionspendung im Gebet in besonderer Weise mit Jesus Christus verbunden und verzichten auf den Empfang des Leib Christis.
  • In den Weihwasserbecken- und gefäßen am Ein-/Ausgang befindet sich vorerst kein Weihwasser mehr, um auch die Infektionsgefahr über diesen Weg zu verhindern.

Des Weiteren bitten wir Sie darum Zuhause zu bleiben, wenn…

  • … Sie sich nicht wohl fühlen.
  • … Sie entsprechende Krankheitssymptome haben.
  • … Sie in den letzten 14 Tagen in einem der Risikogebiete waren (vgl. Webseite Robert-Koch-Institut rki.de).
  • … Sie Kontakt mit jemandem hatten, die/der in den letzten 14 Tagen in einem der Risikogebiete war.
  • … Sie Kontakt mit jemandem hatten, die/der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

All diese Vorkehrungsmaßnahmen dienen der Verantwortung füreinander.

Bitte achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!

Ihre Verantwortlichen der Kirchengemeinden und Ihr Pastoralteam