Conveniat der Komturei An Tauber, Neckar und Bodensee des Deutschen Ordens

in und um Kirchhausen

Sonntag, 11.10.2020 um 10:00 Uhr Pontifikalamt in St. Alban in Kirchhausen mit Seiner Exzellenz, dem Hochwürdigsten Herrn Weihbischof Thomas Maria Renz FamOT.

Von Freitag, 09.10.2020 bis Sonntag, 11.10.2020 veranstaltet die Komturei „An Tauber, Neckar und Bodensee“ des Deutschen Ordens, der vollständig „Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ heißt, ein Conveniat in und um Kirchhausen. Einer der Höhepunkte wird das Pontifikalamtsein. Wir freuen uns, den Weihbischof – welcher selbst Familiare des Deutschen Ordens ist – in Kirchhausen zu diesem besonderen Anlass willkommen heißen zu dürfen. Alle Gläubige sind zur Mitfeier eingeladen. Der Deutsche Orden blickt auf eine lange und ereignisreiche über 800 Jahre lange Geschichte zurück.

Im Jahr 1190, während des dritten Kreuzzuges, vor der Hafenstadt Akkon im Heiligen Land zunächst als Hospitalbruderschaft gegründet, wurde er bereits 1198 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt und bestand als solcher über 700 Jahre bis er 1929 seine heutige Gestalt erhielt. Er ist ein klerikales Ordensinstitut päpstlichen Rechts, dem die Kongregation der Deutschordensschwestern ein- und das Familiareninstitut angegliedert ist. In Deutschland – nach der Säkularisation existierte der Orden hier nicht mehr – ist er seit 1945 wieder tätig. Im Prolog des Ordensbuches heißt es: “Echte Ritterschaft kennt nicht nur die zeitgebundene Form des Schwertkampfes, die vergangen ist; vielmehr ist der Einsatz für Christi Reich, der Schutz der Wehrlosen, die Hilfe für die Misshandelten, Bedrängten, Verachteten und Notleidenden die eigentliche Haltung des ritterlichen Menschen.” Diese Haltung suchen die Brüder, Schwestern und Familiaren des Deutschen Ordens getreu dem Ordensmotto “Helfen, Wehren und Heilen” gemeinsam zu verwirklichen.

Das seit 1965 vom Apostolischen Stuhl approbierte Institut der Familiaren wurde nach dem Vorbild der in den mittelalterlichen Ordensregeln genannten „familiares“ errichtet. Die Familiaren, auch Marianer genannt, sind dem Orden geistlicherweise verbunden, bilden im Sinne des Kirchenrechtes eine öffentliche Vereinigung und unterstehen nur der Autorität des Hochmeisters und des Papstes. Der 66. Hochmeister des Deutschen Ordens, Seine Exzellenz, der Hochwürdigste Herr Hochmeister, Generalabt Frank Bayard OT ist seit Sommer 2018 in Amt und Würden. Mit seinen 47 Jahren ist er ein ausgesprochen jugendlicher, weltoffener und moderner Hochmeister. Den Familiaren gehören Männer und Frauen an, die den Orden in seinen Werken und Anliegen unterstützen und sich so um den Orden verdient machen. Sie unterstützen den Orden aber auch im Gebet und haben Anteil an den Gebeten und guten Werken der Brüder und Schwestern des Ordens, auch über ihren Tod hinaus. Die Familiaren erhalten bei der Feier der Aufnahme das Kreuz des Ordens und den Ordensmantel. Ihr Selbstverständnis und ihr Wirken für den Orden wird durch das „Statut der öffentlichen Vereinigung der Familiaren des Deutschen Ordens Sankt Mariens in Jerusalem“ sowie den „Durchführungsbestimmungen zum Apostolischen Statut der Familiaren“ geregelt und gestaltet. Das Institut der Familiaren gliedert sich in Balleien und (selbständige) Komtureien, denen der Balleimeister bzw. der Komtur vorsteht.

Der Deutsche Orden engagiert sich mit seinen Ordenswerken bundesweit in über 60 sozialen Einrichtungen. Rund 2900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Bedürfnisse und Wünsche der ihnen anvertrauten Menschen in Häusern, Kliniken und Zentren für Senioren, Kinder- und Jugendliche, Suchtkranke und beeinträchtigte Menschen. Die Regentschaft des Deutschen Ordens in Kirchhausen begann 1435 und endete 1806. Seitdem ist dies die zweite Zusammenkunft in der Gemeinde. Die letzte war am 17. Mai 1987, also vor 33 Jahren.